Liebe Freundinnen und Freunde der Brotfabrik,
wieder ist viel Zeit vergangen, seit Ihr von uns gehört habt. In der Zwischenzeit haben wir weiter Anträge auf Fördermittel gestellt, uns den Kopf zerbrochen, wie unsere Programmarbeit in den nächsten Monaten aussehen kann, und, ja, wir haben tatsächlich auch ein paar wenige Veranstaltungen durchgeführt. Ein Gesprächscafé zum Antikriegstag mit der VVN, zwei Abende mit Konzerten im Rahmen der Kultur-Sommergärten der Stadt Frankfurt, eine Show „Fee vs. Cönig“ im September bei uns im Saal und zuletzt, gerade letzte Woche, ein Konzert mit den „Kicks“, der Frauenband „Kick la Luna“, das auch live gestreamt wurde und das Ihr Euch bald auch noch auf der Seite der Band anschauen könnt.
Das ist nicht viel für zwei Monate, allein im Oktober hätten bei uns in „normalen Zeiten“ zehn bis zwölf Konzerte stattgefunden, Clubnächte und vielleicht noch ein zwei Lesungen on top. Nun sind dies aber keine normalen Zeiten, und leider ist auch noch kein Ende der Pandemie abzusehen. Daher haben wir uns entschlossen, bis Jahresende keine Veranstaltungen mehr durchzuführen – zumindest für den November sind sie ja nun ohnehin wieder untersagt. Auch die Idee, im Dezember einen „Wintergarten“ im Hof mit Open-Air-Konzerten, Lesungen, Poetry Slams usw. zu organisieren, haben wir verworfen. Zu groß wäre die Unsicherheit, die neben den ständig sich ändernden Auflagen noch durch das Winterwetter da gewesen wäre. Wenn Ihr jetzt sagt, Och, schade, und ich hätt‘ gern mal ein Open-Air-Konzert im Winter besucht! – dann schreibt uns das (kontakt@brotfabrik.de). Euer Feedback ist wichtig für uns (würde da überhaupt jemand kommen?) und vielleicht klappt es ja dann im nächsten Jahr…
Apropos nächstes Jahr: Noch ist ja unklar, ob unser normales Konzertprogramm im Januar wieder losgehen kann. Aber wir planen gerade zusätzlich eine Veranstaltungsreihe zu den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung der UN. Frieden, Klimaschutz, Geschlechtergleichheit, Nachhaltiger Konsum und Produktion – das alles sind Themen, die uns wichtig sind und die wir gern aufgreifen wollen – in kleinen, „corona-tauglichen“ Formaten sozusagen.
Wir haben in den letzten Wochen aber nicht nur über Anträgen gebrütet und uns den Kopf über nötige Schutzmaßnahmen und mögliche Formate zerbrochen, sondern auch ganz handfest was auf die Beine gestellt hier bei uns in der Brotfabrik: So haben wir zum einen unsere Theke für den Getränkeausschank verbreitert, um auch hier Abstandsregeln besser einhalten zu können. Und sie sieht toll aus, oder?
Zum anderen haben wir jetzt eine neue Backstage-Treppe, die eben nicht mehr ausschließlich Backstage-Treppe ist, sondern ab sofort auch als Ausgang dienen kann. So könnt Ihr jetzt im Einbahnstraßen-System über die gewohnte Eingangstreppe in den Saal hoch gehen und über die neue Treppe wieder hinaus. Das war in unserem zwar sehr schönen, aber nicht eben pandemie-tauglichen Gebäude schlicht nicht anders zu lösen. Abgesehen davon, freuen sich auch unsere Techniker und sicher auch die Musiker*innen, da die Treppe deutlich breiter ist als die bisherige und das Hochschleppen von Instrumenten und anderem sperrigem Equipment jetzt viel einfacher ist.
Glücklicherweise können wir uns auch über gleich zwei Zusagen für Fördermittel freuen, von denen wir u.a. die Treppe haben bauen lassen. Denn die ganzen notwendigen Maßnahmen kosten viel Geld – aus eigener Tasche könnten wir das nicht stemmen.
Also: Haltet uns weiter die Treue, auch wenn wir Euch vorerst kein Programm anbieten können. Wir tun alles dafür, dass wir uns bald wiedersehen, hier bei uns in der Brotfabrik!
Wenn es soweit ist, bekommt Ihr natürlich alle nötigen Infos über diesen Newsletter, unsere Website und unsere facebook-Seite. Bis dahin: Bleibt gesund, hört Musik und lasst Euch nicht unterkriegen! Und wenn Ihr ein Zeichen setzen wollt für die Wichtigkeit der Kulturbranche und Eurer lokalen Kulturveranstalter, dann kommt am Samstag, den 14. November um 16 Uhr an die Bockenheimer Warte um mit uns und der Initiative Alarmstufe Rot auf die dramatische Situation der Branche und ihrer Beschäftigten aufmerksam zu machen. Danke für Eure Unterstützung!
Euer Team vom Kulturprojekt 21 e.V.
„Ein mit vier Pferden bespannter Wagen kann entweder ungehemmt den Berg hinunterrasen, oder der
Kutscher kann die Pferde zügeln. Welches ist nun das Zeichen größerer Kraft: die Pferde laufen zu lassen oder sie zurückzuhalten.“ Swami Vivekânanda
